Landesverband hauswirtschaftlicher Berufe MdH NRW
Landesverband hauswirtschaftlicher Berufe MdH NRW
Folgen Sie uns auf Facebook

MdH vor Ort: Besich­tigung der haus­wirtschaft­lichen Abtei­lung im Klinikum Vest GmbH

4.10.2016

Knappschafts­krankenhaus Reckling­hausen, Dorstener Str. 151, 45657 Reckling­hausen.

Das Knappschafts­krankenhaus Reckling­hausen hat sich mit der Paracelsus-Klinik Marl zum Sie verlassen die Internetseite Klinikum Vest GmbH zusammengeschlossen. Jährlich werden etwa 20.500 Patienten im Knappschafts­krankenhaus stationär versorgt. Für die Patienten werden täglich die Mahlzeiten zubereitet und die Zimmer, Verkehrs­flächen sowie die stationären Einrichtungen regelmäßig gereinigt.

Die Mitglieder des Landesverbandes hauswirtschaftlicher Berufe MdH NRW hatten am 4.10.2016 die Möglichkeit die Küche des Knappschaftskrankenhauses zu besichtigen und das Reinigungskonzept kennenzulernen.

Küche

Bei der Küche handelt es sich mittlerweile um eine reine Verteilerküche. Das Essen wird eingeschweißt und gekühlt angeliefert. Im Krankenhaus wird es in einem gekühlten Raum (~ 8 °C) vom Personal portioniert und zu den Mahlzeiten erwärmt serviert. Um das Essen zu den Stationen zu transportieren, gibt es spezielle Wagen, die an einer Seite gekühlt und an der anderen Seite erwärmt werden können. So wird gewährleistet, dass das warme Essen heiß und die Süßspeisen und Salate gekühlt werden können, bis sie den Patienten serviert werden. Dieses System ermöglicht eine große Vielfalt von Speisen einschließlich Sonderkost für Personen mit Allergien oder Unverträg­lichkeiten sowie vegetarische und vegane Kost.

Reinigung

Trockenreinigung mit einem Vliestuch und Trapezwischer
Abbildung 1: Trocken­reini­gung mit einem Vlies­tuch und Trapez­wischer

Für die Reinigung der Flächen stehen System­wagen zur Verfügung, die auf zwei Etagen Platz für drei Eimer lassen. In den oberen geschlos­senen Eimern liegen die mit einem desinfizierenden Reinigungs­mittel ausgerüsteten Tücher in den Farben gelb, rot und blau. In den Eimern auf der zweiten Etage können die gebrauchten Tücher abgelegt werden. Auf der unteren Etage liegen Wischbezüge bereit. Darüber hinaus gibt es Halterungen für zwei Trapezwischer, Abfallbehälter und ein Sack für gebrauchte Wischbezüge. Heraus­ragend ist, dass das Klinikum Vest angefangen hat in einigen Bereichen die Trockenreinigung der Böden einzuführen. Die Anregung kam von einem Artikel in der Sie verlassen die Internetseite rhw praxis 1|2015: „Reinigungs- und Hygienemanagement//Bodenreinigung“. Bei der Trockenreinigung wird der Boden mit einem trockenen Vliestuch gereinigt. Das Tuch wird mit dem Trapez­wischer, der mit einem Wischbezug für den Außen­bereich überzogen ist, über den Boden geführt. Durch den Wischbezug hält das Vlies ohne weiteres Einklemmen an dem Wischer und kann bequem und einfach gewechselt werden (siehe Abbildung 1).

Die Vliestücher sind bereits fertig zugeschnitten und müssen nur entnommen werden (siehe Abbildung 2).

Die Trocken­reinigung hat mehrere Vorteile:

Die Tücher sind deutlich günstiger in der Anschaffung als die Wischbezüge. Die Wischbezüge kosten das Krankenhaus einschließlich Anschaffung, Reinigung und Ausrüstung mit Reinigungsmittel 22 Cent.
Das Abfall­aufkommen hält sich durch die Feinheit des Gewebes in Grenzen.
Es wird die Aufbereitung der Wisch­bezüge und damit Wasser, Energie und Waschmittel gespart.
Die Trockenreinigung ist deutlich fehler­freundlicher, als die feuchte Reinigung. Wird bei der Feuchtreinigung der Wischbezug zu feucht gemacht, können auf dem Fußboden hässliche Abdrücke oder Streifen entstehen, die später wieder aufwendig entfernt werden müssen. Die Trockenreinigung fördert den Werterhalt der Böden.
Ein trocken gereinigter Boden kann sofort wieder betreten werden, es besteht keine Rutsch­gefahr.
Staubbinde-Bodentücher
Abbildung 2: Staubbinde-Bodentücher

Allerdings ist die Trocken­reinigung nicht für alle Bereiche geeignet und sollte regel­mäßig durch eine feuchte Reinigung ergänzt werden. Im Knappschafts­krankenhaus werden die Allgemein­station, die Flure, Treppen­häuser und die Cafeteria an drei Tagen der Woche trocken gereinigt. Montags und freitags er­fol­gen eine Feucht­reinigung und samstags eine Sicht­reinigung, gegebenenfalls feucht. Auf allen anderen Stationen werden die Fuß­böden nach wie vor desinfizierend feucht gewischt. Die Sanitär­bereiche und patienten­nahen Flächen werden ebenfalls weiterhin desinfizierend gereinigt.

Zu dem Konzept der Trockenreinigung gehört, dass das Personal entscheidet, wann sichtbare Verschmutzungen auf dem Fußboden feucht entfernt werden müssen. Das bedeutet Schulungs­bedarf für das Reinigungspersonal. Darüber hinaus müssen die Maßnahmen dem Pflegepersonal, Ärzten und den anderen im Krankenhaus tätigen Berufs­gruppen vorgestellt werden, damit diese auf Patientenfragen antworten können. Patienten erhalten einen Hinweis auf die Trockenreinigung mit der Informationsmappe, damit bei Ihnen nicht der Eindruck entsteht, es würde überhaupt nicht mehr feucht gewischt. Bei der Besichtigung von alten und neuen Stationen konnten wir uns von dem Ergebnis der Trocken­reinigung überzeugen und in der Gegen­überstellung mit einer Feucht­reinigung vergleichen. Wir waren positiv überrascht.

Wir bedanken uns bei Frau Gabriele Niggenaber für diese ausgesprochen interessante Führung. Sie hat die Veranstaltung großartig vorbereitet und alle unsere Fragen detailliert beantworten können.

Urte Paaßen