Landesverband hauswirtschaftlicher Berufe MdH NRW
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Hauswirtschaft mit System

24.4.2016

Unter dem Motto stand die Mitgliederversammlung des Landesverbandes hauswirtschaftlicher Berufe am 23.4.2016 in der Kommende Dortmund. Drei Vorträge beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln: die Geschichte der Einbauküche, zukunftsweisende Ideen für die Gastronomie und kochen zu Hause mit App und Robot wurden diskutiert.

Prof. Dr. Susanne Düchting von der Hochschule Osnabrück sprach über „Die Frankfurter Küche, ihre Folgen und die Abwandlungen bis heute“. Eine gut strukturierte Küche erleichtert die Arbeit ungemein. Das ist keine neue Erkenntnis, sondern war bereits in den 1920er Jahren der Grundsatz, nachdem die Frankfurter Küche geplant und gebaut wurde. Auf den wenigen Quadratmetern, die in den Siedlungshäusern für Arbeiterhaushalte zur Verfügung standen, war in dieser Einbauküche alles zu finden, was zum Kochen (und bügeln) notwendig war. Übersichtlich Anordnung der Geräte und Schränke, verschiedene Schütten für die wichtigsten (damals lose gekauften) Lebensmittel und glatte Oberflächen erleichterten ein effektives Kochen und Reinigen. Damals erdachte Prinzipien werden bis in heute in der Küchenplanung fortgeschrieben.

Für alle, die nicht zur Mitgliederversammlung des Landesverbandes im April 2016 kommen konnten, steht das Video des Vortrags „Die Frankfurter Küche, ihre Folgen und die Abwandlungen bis heute“ auf Youtube zur Verfügung.

Teil 1: Sie verlassen die Internetseite https://youtu.be/5mGblTzwlT0
Teil 2: Sie verlassen die Internetseite https://youtu.be/H1O9SA7ubZY
Teil 3: Sie verlassen die Internetseite https://youtu.be/uJxwsG8Eku8

Im Werkbundarchiv – Museum der Dinge in der Oranienstraße 25, 10999 Berlin kann in einer Sie verlassen die Internetseite Dauerausstellung eine "Frankfurter Küche" besichtigt werden.

In einer Großküche für Gemeinschaftsverpflegung oder Restaurant müssen oftmals innerhalb kürzester Zeit viele Essensportionen zubereitet werden. Ein Grund für Überproduktion und Lebensmittelverschwendung ist, dass für vorproduzierte Mahlzeiten keine Abnehmer gefunden werden können. Winfried Wagner von Sie verlassen die Internetseite Electrolux Professional stellte eine zukunftsweisend Lösung für das Problem vor: Essenportionen können vorproduziert, zu etwa 85 % gegart und dann in Beuteln vakuumiert werden. Bei fachgerechter Regeneration in einem Aqua-Cooker treten keine merklichen Qualitätsverluste auf. Das System erlaubt Mahlzeiten konventionell zu produzieren, und später in gewünschter Menge in einem Wasserbad bei ca. 91 °C zu erhitzen. Neben der Regeneration kann der Aqua-Cooker auch als Sous vide-Kocher, Bain Marie oder Nudelkocher verwendet werden. Erfreuliche Nebenwirkung dieser Art der Küchenorganisation: Die Arbeitszeit der Kochprofis ist nicht mehr so eng an die Öffnungszeiten gebunden und die Hektik in der Küche nimmt ab.

Wer nicht weiß, wie ein Gericht gekocht wird, bittet Freunde, Bekannte oder Familienangehörige um Hilfe. Das kann für beide Seiten zeitaufwendig sein und manchmal gibt’s sogar Streit. Computern reagieren auf Nachfragen und Wiederholungen mit den immer gleichen, freundlichen Antworten. Grundlagen dazu werden im Forschungsprojekt "Cooking with a robot" der Universität Bielefeld gelegt. Adriane Dreyer und Jan Pöppel zeigten sehr anschaulich, wie ein Computerassistent solche Aufgaben in der heimischen Küche übernehmen könnte. Sie konnten auch Vor- und Nachteile zweier weiterer Systeme darstellen: die Android APP „kochbot“ (Sie verlassen die Internetseite http://www.kochbot.de/) funktioniert fast wie ein Kochbuch, beschreibt aber auf Wunsch sehr kleinschrittig, was zu tun ist und erlaubt während des Kochens auch noch Grundbegriffe zu erlernen ... und wenn die Sprachsteuerung funktioniert, sogar ohne dass fettige Finger auf den Touchscreen tippen. Im Vereinigten Königreich wurde ein Küchenprototyp um zwei Roboterarme ergänzt, die millimetergenau einmal erfasste Arbeiten nachvollziehen (Sie verlassen die Internetseite http://www.moley.com/). So kann ein Rezept völlig exakt immer wieder reproduziert werden. Ein weiterer Vorteil: Das System reinigt am Schluss auch wieder den Arbeitsplatz.

Video des Vortrags „Cooking with a robot“ Sie verlassen die Internetseite https://youtu.be/gKQesRr_QQo

Urte Paaßen